Schlagwort: Paartherapie

  • Mein Partner will keine Paartherapie – was kann ich tun?

    Mein Partner will keine Paartherapie – was kann ich tun?

    Mein Partner will keine Paartherapie – was kann ich tun?

    Wenn dein Partner keine Paartherapie möchte, brauchst du deine eigenen Anliegen deshalb nicht zurückzustellen. Eine gemeinsame Paartherapie braucht die Bereitschaft beider Menschen. Du darfst aber schon vorher Unterstützung suchen, um deine eigene Situation besser zu verstehen.

    Vielleicht drehen sich eure Gespräche immer wieder im Kreis, Konflikte bleiben ungelöst oder du vermisst Nähe und Verständnis. Im Folgenden geht es darum, wie du deinen Wunsch nach Beratung ansprechen kannst und welche Möglichkeiten dir auch allein offenstehen.

    ✦

    Mein Partner will keine Paartherapie – welche Gründe kann das haben?

    Hinter einer Ablehnung können unterschiedliche Gründe stehen. Manche Menschen möchten persönliche Probleme nicht mit einer fremden Person besprechen. Andere befürchten Vorwürfe oder erleben die Schwierigkeiten weniger belastend als ihr Gegenüber.

    Auch die Überzeugung „Ich muss das allein hinbekommen“ kann eine Rolle spielen. Hilfe anzunehmen fühlt sich dann möglicherweise wie ein Eingeständnis an, etwas nicht geschafft zu haben.

    Manchmal bestehen bereits Zweifel an der Beziehung. Ein Gespräch könnte Fragen aufwerfen, denen jemand bisher lieber ausweicht. Das ist eine mögliche Erklärung – aber keine Schlussfolgerung, die sich aus jedem Nein ableiten lässt.

    Eine offene Frage kann helfen: „Was genau macht dir an dem Gedanken an eine Paarberatung Sorgen?“

    Partner will keine Paartherapie: Eine Frau sucht das Gespräch, der Mann blickt zurückhaltend zur Seite

    ✦

    Nachdenklicher Mann am Tisch im gemeinsamen Familienzuhause

    „Wir haben uns so viel aufgebaut – soll ich das wirklich aufgeben?“

    Ein gemeinsames Zuhause, Kinder, finanzielle Verpflichtungen und viele Jahre miteinander: Eine Beziehung besteht aus weit mehr als den aktuellen Konflikten.

    Vielleicht denkst du bereits über eine Trennung nach und möchtest gleichzeitig nichts von dem verlieren, was ihr zusammen aufgebaut habt. Sorgen um die finanzielle Zukunft, mögliche Unterhaltsverpflichtungen oder den Alltag mit den Kindern können eine Entscheidung zusätzlich erschweren.

    Dann entstehen Gedanken wie: „Ich warte, bis die Kinder größer sind.“ Oder: „Vielleicht wird es irgendwann wieder besser.“

    Diese Gedanken sind nachvollziehbar. Trotzdem lohnt sich die Frage: Was müsste sich verändern, damit das Bleiben mehr ist als ein weiteres Aushalten?

    Unterstützung zu suchen bedeutet noch keine Entscheidung für eine Trennung. Ein Gespräch kann zunächst Raum schaffen, Wünsche, Befürchtungen und die gemeinsame Zukunft genauer zu betrachten. Konkrete rechtliche oder finanzielle Fragen brauchen gegebenenfalls eine entsprechende Fachberatung.

    ✦

    Müssen wir erst warten, bis es richtig eskaliert?

    Solange der Alltag irgendwie funktioniert, werden schwierige Gespräche immer wieder verschoben. Nach einem Streit beruhigt sich die Situation, der Druck lässt nach und der Wunsch nach Veränderung rückt zunächst in den Hintergrund.

    Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass der Konflikt geklärt ist. Enttäuschungen können bestehen bleiben, während Nähe und Gesprächsbereitschaft weiter abnehmen.

    Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem Beratung einen bestimmten Ausgang garantieren kann. Früher hinzuschauen kann aber Gelegenheit geben, Belastungen auszusprechen und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen, bevor ein heftiger Streit die nächsten Entscheidungen bestimmt.

    Auch dann bleibt offen, ob beide wieder zueinanderfinden oder mehr Klarheit über unterschiedliche Wünsche gewinnen.

    ✦

    Wie spreche ich meinen Wunsch nach Beratung an?

    Wähle möglichst einen ruhigen Moment. Beschreibe, was dich beschäftigt und weshalb du dir Unterstützung wünschst.

    Eine mögliche Formulierung wäre: „Mir ist unsere Beziehung wichtig. Gleichzeitig merke ich, dass mich unsere Situation immer stärker belastet. Ich möchte nicht einfach so weitermachen. Ich wünsche mir ein Gespräch, in dem wir beide gehört werden.“

    Frage anschließend nach den Bedenken deines Gegenübers. Vielleicht lassen sich offene Fragen zum Ablauf oder zu den Kosten klären.

    Ein Erstgespräch kann zum Kennenlernen und zur Orientierung dienen. Es sollte jedoch eine freiwillige Entscheidung bleiben. Heimlich einen gemeinsamen Termin zu vereinbaren oder den anderen damit zu überraschen, schafft keinen verlässlichen Ausgangspunkt.

    ✦

    Warum schwankt die Bereitschaft manchmal so stark?

    Nach einem guten Gespräch scheint ein gemeinsamer Termin möglich. Nach dem nächsten Streit möchte einer plötzlich nicht mehr teilnehmen. Später entsteht vielleicht wieder der Wunsch, es doch zu versuchen.

    Solche Wechsel können verwirrend sein. Die Bereitschaft zu einem Termin und die Gefühle gegenüber der Beziehung sind nicht immer eindeutig oder beständig.

    Hilfreich kann sein, genauer zu unterscheiden: Ist die Absage eine Reaktion auf den gerade erlebten Streit? Gibt es Bedenken gegenüber der Beratung? Oder möchte jemand grundsätzlich keine gemeinsamen Gespräche?

    Ein bereits vereinbarter Termin muss nicht bedeuten, dass der Konflikt bis dahin gelöst sein muss. Schwierige Gespräche können gerade ein Anlass sein, Unterstützung zu suchen. Gleichzeitig darf eine Absage nicht einfach übergangen werden.

    Ein Paar sitzt mit Abstand auf dem Sofa und sucht vorsichtig Blickkontakt

    ✦

    Kann ich auch allein Unterstützung suchen?

    Ja. Ein Einzelgespräch kann helfen, deine eigene Situation zu sortieren. Auch pro familia beschreibt diese Möglichkeit, wenn der andere Partner nicht zur Beratung mitkommen möchte.

    Dabei können Fragen im Mittelpunkt stehen: Was belastet mich besonders? Was wünsche ich mir – und was habe ich bisher kaum ausgesprochen? Wie reagiere ich in Konflikten? Welche Grenzen sind mir wichtig? Was müsste sich verändern, damit ich mich in der Beziehung wieder wohlfühlen kann?

    Du übernimmst damit nicht die Verantwortung für die gesamte Partnerschaft. Ein Einzelgespräch ersetzt auch keine gemeinsame Paartherapie: Die andere Person ist nicht anwesend und kann ihre Sichtweise nicht einbringen.

    ✦

    Partner will keine Paartherapie: häufige Fragen

    Bedeutet ein Nein zur Paartherapie, dass unsere Beziehung vorbei ist?

    Das lässt sich daraus allein nicht ableiten. Entscheidend ist auch, wie ihr mit euren Schwierigkeiten umgeht und ob grundsätzlich Bereitschaft besteht, etwas zu verändern.

    Kann mein Partner später dazukommen?

    Praxen gestalten den Übergang von Einzelberatung zu gemeinsamen Gesprächen unterschiedlich. Deshalb sollte diese Möglichkeit frühzeitig mit der jeweiligen Fachperson geklärt werden.

    Kann ich durch mein eigenes Verhalten die Beziehung retten?

    Du kannst deine Reaktionen betrachten und Schritte für dich entwickeln. Ob der andere ebenfalls etwas verändern möchte, liegt nicht allein in deiner Hand.

    Ist gemeinsame Beratung immer der passende Weg?

    Bei Gewalt, Einschüchterung oder starker Kontrolle steht die persönliche Sicherheit im Vordergrund. Dann muss zunächst geklärt werden, welche Unterstützung geeignet ist.

    ✦

    Du darfst deine Situation ernst nehmen

    Vielleicht weißt du noch nicht, wie es mit eurer Beziehung weitergehen soll. Für eine erste Anfrage musst du diese Entscheidung nicht bereits getroffen haben.

    Auf meiner Seite zur Paartherapie und Paarberatung in Mechernich-Kommern findest du weitere Informationen. Wenn du klären möchtest, welche Unterstützung für dein Anliegen infrage kommt, kannst du dich gerne bei mir melden.

    Sabine Storms

    Sabine Storms, Heilpraktikerin für Psychotherapie in Mechernich-Kommern